Stichwort Heiligendamm

IM BRENNPUNKT: HEILIGENDAMM

 

 

Der Bürgerbund setzt sich seit Jahren in der Stadtvertretung aktiv für ein offenes, realistisches, wirtschaftlich und touristisch sinnvolles Konzept für Heiligendamm ein.

Heiligendamm kann nur gemeinsam mit den Bürgern und für die Bürger entwickelt werden. Die Zukunft der  „Weissen Stadt am Meer“ ist jedoch massiv gefährdet:

 

1.) Die aktuelle Sperrung des letzten Weges vom Bahnhof über den Kurpark zum Seebrückenvorplatz lässt in aller Deutlichkeit die Dramatik der verfehlten Stadtpolitik der letzten Jahre in Hinblick auf Heiligendamm deutlich werden. Die katastrophalen Folgen für den Tourismus und die Lebensqualität in unserer Stadt werden nun überdeutlich. Der Bürgerbund hat sich immer konsequent und sachlich für Öffentlichkeit und Bewahrung des kulturellen Erbes in Heiligendamm eingesetzt. So haben wir uns im Dezember 2006 gegen den Verzicht auf den Weg vom Bahnhof zur Seebrücke gestellt. Mit einer aktuellen Beschlussvorlage wollen wir diese Wegeverbindung gegen den Widerstand des Bürgermeisters sichern. 

  

Eine weitere Überlassung städtischer Wege und Plätze darf es in Heiligendamm nicht geben! Darüber hinaus bedarf es einer Wiedereröffnung der städtebaulich und historisch wichtigen Wegebeziehungen, deren Schließung einer Entwicklung Heiligendamms das Wasser abgräbt. 

 

 Insbesondere haben die Wiederherstellung des Küstenwanderweges und die vielfach geforderte direkte Verbindung zwischen Bahnhof und Seebrückenvorplatz hohe Priorität. Diese ist auch als Wegeverbindung zum Strand für die Patienten der Medianklinik von großer Bedeutung. Die Wiederherstellung der wichtigen Wege und Plätze wird die Öffentlichkeit mit Recht verlangen dürfen: Der „Grundlagenvertrag“ sieht eben nicht nur den Verzicht auf Wege und Plätze vor, sondern als Verpflichtung auch die Sanierung der Villen der Perlenkette, die seit Jahren auf sich warten lässt. Damit steht der Grundlagenvertrag zur Disposition.  

    

Die Stadtpolitik der letzten Jahre war gekennzeichnet von immer weiter gehenden Zugeständnissen an den Investor, der in einer Art  „Salamitaktik“ den historischen Ortskern Heiligendamms immer weiter abgeschottet hat. Bei einer Fortsetzung dieser Politik ist zu befürchten, dass das erste deutsche Seebad zu einem Grand-Hotel-Exklusiv-Heiligendamm entwickelt wird, in dem die Bad Doberaner nichts mehr verloren haben. In den vergangenen Jahren sind die Rechte der Allgemeinheit nachhaltig für Privatinteressen geopfert worden.

 

Hierzu bekennt in der lokalen Presse die Hotelgesellschaft des Investors nach dem Rückzug des Betreibers „Kempinski“ ganz offen: „Wir sind eine abgeschlossene Hotelanlage, noch nicht so abgeschlossen, wie vom Betreiber gewünscht. Doch gemeinsam mit den örtlichen Behörden arbeiten wir daran.“. Und der Bürgermeister dazu: „ Die Stadt hat immer alles getan, um den Wünschen des Investors zu entsprechen. Wege gesperrt, umgewidmet, Bebauungspläne gestaltet, …“ Offenbar geht es jetzt um die Promenade.

 

Es ist bedauerlich, dass Verantwortliche ohne Rücksicht auf die berechtigten Interessen der eigenen Bürgerinnen und Bürger mit Fleiß daran gearbeitet haben, Heiligendamm zu einem abgeschotteten Ort zu entwickeln, sich dafür eingesetzt haben, öffentliche Wege abzusperren, ganze Areale der Allgemeinheit zu entziehen und, wie zum Hohn, den Bürgern zumuten, über die Klippen unterhalb des „Alexandrinencottage“ zu klettern. Der internationale Küstenwanderweg wird gesperrt, da er an Jagdfelds Privatresidenz vorbeiführt.

 

 

Es ist höchste Zeit, diese krasse Fehlentwicklung zu korrigieren. Es wird in Zukunft im Interesse Heiligendamms und Bad Doberans um eine konsequente Öffnung Heiligendamms für ein breites Publikum gehen, weil nur dadurch eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung im Lebensinteresse aller zu erwarten ist.     

        

 

 

2.) Die Sanierung des historischen Gesamtensembles war Grundlage aller vertraglichen Vereinbarungen zwischen der öffentlichen Hand und dem Investor. Für die Durchsetzung ihrer vertraglichen Rechte  setzt sich die öffentliche Hand jedoch nicht ein. Der Investor wird nach eigener Aussage  und mit politischer Rückendeckung demnächst weitere Villen der Perlenkette abreißen, nachdem der Abriss der Villa „Perle“ problemlos möglich war und die Öffentlichkeit mit der Lüge über den geplanten Wiederaufbau 2008 getäuscht werden konnte.

 

Nach einer zeitnahen Meldung in der lokalen Presse hat der Investor bereits 2004 erstmals seinen Plan offen gelegt, alle Villen der Perlenkette abzureißen. Wo war die Entrüstung von Bund, Land und Stadt im Interesse des vertraglich ausbedungenen Erhalts der „Perlenkette“? Der Umstand, dass das Landesamt für Denkmalpflege plötzlich „kein öffentliches Interesse am Erhalt“ der Gebäude sieht, deutet auf politische Rückendeckung für eine planvolle Zerstörung wertvoller, Identität stiftender Bauwerke hin.

 

In der zynisch „Zukunft Heiligendamm“ genannte Postwurfsendung der ECH räumt Jagdfeld das Scheitern seines Villenkonzeptes ein. Nachdem die Vogelstraße aufgrund eines Hotelkonzeptes für die Öffentlichkeit gesperrt wurde und zahlreichen Bürgern in der Vergangenheit mit der Begründung die Wohnungen gekündigt wurden, dass Wohnen in diesem Bereich nicht mehr zulässig sei, soll der Verkauf von dauerhaft nutzbaren Eigentumswohnungen nun den Erfolg bringen. Nach Aussage Jagdfelds soll die Sanierung erst erfolgen, wenn die nach seinen Vorstellungen gestalteten B-Pläne 25 und 30 doch noch in Kraft treten. Dabei gibt Jagdfeld zu, dass der Beginn der Sanierung „abhängig vom Verkauf der Wohnungen“ sei, und gesteht damit ein, dass das für die Sanierung erforderliche Kapital fehlt.  

 

Das Wirken des SPD- Bürgermeisters und einiger seiner Gefolgsleute in der Stadtvertretung, die Jagdfelds „Bebauungspläne“ absegnen  wollten, tun gerade so, als würden sie durch weitere Willfährigkeit gegenüber dem Investor etwas Sinnvolles erreichen können. Hier soll offenbar nur auf Zeit gespielt werden. Die frühzeitig geäußerten Abrisspläne und die ergebnislos verstrichene Zeit machen überdeutlich, dass die Sanierung der Villen der Perlenkette nicht ernst gemeint ist: Es geht in Wirklichkeit nur um eine Wertsteigerung der Grundstücke.

 

Da Baurecht gegeben ist, hindert niemand den Investor daran, seiner vertraglichen Pflicht zur Sanierung der Perlenkette nachzukommen.

 

Als eine von den Wählern stark gemachte Kraft in der Stadtvertretung werden wir dafür Sorge tragen, dass die öffentliche Hand als Vertragspartner des Investors ihre Rechte einfordert.

 

Die Erhaltung der Villen der „Perlenkette“ hat für uns höchste Priorität. Weitere Abrisse darf es in Heiligendamm nicht geben!